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12. Juli 2010: Ich bin dann mal weg…

Es ist der Tag meiner Abreise. Wenn ich einen schönen Urlaub erlebt habe, dann werde ich am Ende immer ein wenig melancholisch, schließlich ist ja alles vorbei. Jetzt habe ich zwei umwerfende Wochen erlebt mit fantastischen Fußballspielen, einer völlig neuen Kultur und vielen neuen Freunden. Ich bin echt traurig, jetzt schon wieder fliegen zu müssen.

In nur zwei Wochen, die so schnell an mir vorbei rannten wie Lionel Messi an seinen Gegenspielern, habe ich dermaßen viel erlebt, dass eine Aufzählung jeden Rahmen hier sprengen würde. Ich kann mich also glücklich schätzen und das bin ich auch. Es war wundervoll.

Karl-Heinz Rummenigge hätte zu dieser Zeit nur ein Gedicht geschrieben, für die Menschen, die das möglich gemacht haben: “Ich danke euch, ich danke euch, ich danke euch sehr, ich danke euch noch viel mehr. Ich danke euch, danke, danke.”

So ähnlich würde sich auch mein Gedicht anhören.

Weil ich jetzt nachher noch gefühlsduselig werde und euch vorweine wie schlimm es doch ist, dass ich jetzt gehen muss, mache ich an dieser Stelle Schluss, ein für alle Male.

Am Ende noch eine kleine Diashow mit bisher unveröffentlichten Bildern der letzten zwei Wochen, in denen ich bei der Arbeit mit dem Handy zu sehen bin, proletenhaft in die Kamera brülle, von Hans Meyer Anweisungen bekomme, um sie dann später im Fußballspiel umzusetzen, durch die Berge wandere und eigentlich immer, ja immer lache.

Brillianter Fußball + Interessante Kultur + Wundervolle Menschen + Gute Organisation + Einmaliges Land = Glücklicher SonyEricsson Fanreporter.

Danke. Tschüss. Ende aus. Ich bin raus. Cut. Out.

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11. Juli 2010: Die letzte Party

Vor jedem Spiel der deutschen Mannschaft lud unser Reiseveranstalter zur großen Party ein, in tollen Locations mit prominenten Gästen und gutem Essen. Das Spiel um Platz 3 bedeutete nun also die letzte Party in Südafrika.

Neben einem ganz wundervoll anzusehenden Spiel, in dem beide Mannschaften jegliche Defensive beiseite lagen und munter nach vorne spielten, kamen wir Fans noch einmal in den Genuss einer traditionellen afrikanischen Tanzgruppe. Wenn ich später einmal gefragt werde was genau sich denn von der afrikanischen Kultur am meisten bei mir eingeprägt hat, dann werde ich neben der ungemeinen Gastfreundschaft und den zahlreichen Townships wohl vor allen Dingen an diese Gruppen denken.

Neben diesen Tanzeinlagen wurde das Spiel von den Experten Hans Meyer, Mia Künzer oder Rainer Zobel analysiert. Die Vietentours-Partys sind jedenfalls auch ein Teil meines Aufenthaltes hier, weil wir vor jedem deutschen Spiel hier gut eingestimmt wurden. Am schönsten war die Party im Aquarium von Durban, wo eigens für unsere Gruppe Tische aufgestellt wurden.

Kultur und Fußball, Fußball und Kultur. Ja irgendwie ist das hier alles ein fließender Übergang.

Ich werde jedenfalls vieles vermissen, wenn ich zurück bin.

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10. Juli 2010: Gold Reef City

Als sei ein Helikopter-Flug nicht schon genug gegen den Frust der Niederlage, durfte ich heute auch noch einmal in einen Freizeitpark, der gleichzeitig als lebendiges Museum genutzt wird.

“Gold Reef City”, wie der Freizeitpark genannt wird, umschließt die ehemals größte Goldmiene Afrikas, die mittlerweile allerdings inaktiv ist und nur noch als Museum fungiert. Ich durfte natürlich die Miene von innen besichtigen und ich kann mir nicht vorstellen wie damals so viele Menschen unter diesen Verhältnissen gearbeitet haben können. Ich mit meinen 190 Zentimetern hatte schon nach 30 Minuten Rückenschmerzen vom Bücken.

Danach habe ich mich dann mit Achterbahnfahrten auf das Spiel um den dritten Platz vorbereitet. Manche trinken Bier vor dem Spiel, ich filme mich dagegen in einer Looping-Achterbahn.

Wer mein lustig verformtes Gesicht während der Fahrt sehen will, dem kann ich das Video nur empfehlen. Darin zeige ich auch wie Gold hergestellt wird, also falls ihr das auch noch wissen wollt, kann ja hilfreich sein.

Jedenfalls ist das mein vorletzter Tag in Südafrika. Vielleicht kette ich mich hier aber auch irgendwo an, damit ich nicht zurückfliegen muss. Ihr werdet dann von mir hören.

Bis bald ;)

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09. Juli 2010: Halbfinale in Durban

Jetzt ist bereits ein wenig Zeit vergangen seit Deutschland sein Halbfinale gegen Spanien verlor und es wurde bereits alles geschrieben, was es dazu zu schreiben gibt. In den letzten zwei Tagen stand mir leider kein Internet zur Verfügung, daher kommt mein Blog ein bisschen später.

Das Halbfinale war trotzdem ein tolles Erlebnis. In Durban wurden wir während unserer Stadttour von allen Seiten angesprochen, uns wurde Glück gewünscht und viele waren auf unserer Seite, wobei ich glaube, dass die meisten Südafrikaner auch Spaniern Glück wünschen, wenn diese vorbeikommen. So sind sie halt, die Südafrikaner. Übrigens ist der meiner Meinung nach am häufigsten genannte Spieler Lukas Podolski. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er so häufig aufs Tor schießt. Ich habe natürlich allen Südafrikanern gesagt, dass Podolski unser bester Spieler ist. Muss ich ja, als FC-Fan. :P

Jedenfalls sah ich so viele Südafrikaner in deutschen Farben. Durch die grandiosen Leistungen zuvor hatten wir definitiv Fans gewonnen, wenn auch Fans, die eher wenig vom Spiel verstehen. Trotzdem ist es toll, wenn so viele Menschen in Deutschlandtrikots herumlaufen.

Vorher war ich noch am Fischmarkt in Durban. Dort konnten wir Fans uns noch abgeschlagene Schafsköpfe und Gedärme einiger Tiere angucken.  Bilder davon kann sich jeder in der Diashow angucken, ich empfehle nur vorher nichts gegessen zu haben.

Trotz dieser unglücklichen Niederlage gehe ich erhobenen Hauptes weiter, weil meine Impressionen hier jede Niederlage wieder ausgleichen und die deutsche Mannschaft klasse gespielt hat.

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09. Juli 2010: Frustbewältigung


Die Halbfinalniederlage gegen Spanien schmerzte sehr und saß tief in den Knochen. Um diesem Frust entgegen zu wirken, fuhr unsere Vietentours-Fangruppe in ein Sport-Hotel mitten im Drakensgebirge. Nach einem Tag Aufenthalt war die Niederlage dann schon fast vergessen.

Ich könnte f ast behaupten ich hätte dieses Ergebnis ausgeschwitzt, denn den einen Tag, den ich im Sport-Hotel verbrachte, den wollte ich auch sinnlos nutzen und so lieferte ich mir epische Tennisschlachten im Doppel, spielte auf dem meiner Meinung nach schwierigsten Mini-Golf Platz der Welt, zockte Basketball auf dem schönsten Court Afrikas (Unbedingt Foto anschauen!) und zog mir böse Schürfwunden beim Beachvolleyball zu, da der Sand nicht so tief wie erwartet war.

Für einen Sportfanatiker wie mich war das genau die richtige Abwechslung nach der Frustration und auch die meisten anderen Fans schienen sich entweder über die Sportmöglichkeiten oder den traumhaften Ausblick auf die Berge zu freuen.

Das absolute Highlight war dann der erste Helikopter-Flug meines Lebens. Im Video seht ihr mich mit einem großen, breiten Lächeln auf dem Gesicht.

Jetzt kann das Spiel um den dritten Platz kommen.

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07. Juli 2010: Spanien ist nervös…

Manchmal muss ein Fanreporter auch einfach ein bisschen Glück haben und zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle sein. So wie Anuscha beim Training von Uruguay oder ich eben gestern, als ich erfahren habe, dass die spanische Nationalmannschaft nur wenige Meter von meinem Hotel ihr Teamquartier hat. Die deutsche Nationalmannschaft aber irgendwie nicht.

Eher durch Zufall stieß ich bei einem nächtlichen Spaziergang durch Umhlanga auf das Protea Hotel, vor dem sowohl der spanische wie auch der deutsche Bus standen. Es stand allerdings kein einziger Bodyguard vor dem Hotel, was mich schon etwas stutzig machte, trotzdem habe ich mich am nächsten natürlich sofort wieder zum Hotel begeben und dort Quartier aufgeschlagen.

Der deutsche Bus war bereits am frühen Morgen nicht mehr da und ich sollte ihn auch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Unterschiedliche Meinungen wurden über den Aufenthaltort bekannt. Die einen Menschen meinten die deutschen Spieler seien in einem Hotel in der Innenstadt, die anderen sagten Deutschland wäre im gleichen Hotel wie Spanien und letztendlich war ich nur noch verwirrt.

Die spanische Nationalmannschaft bekam ich dann aber vor die Linse, wenn auch aus weiterer Entfernung, weil der gesamte Bereich abgesperrt war. Ich meine aber Angstschweiß in den spanischen Gesichtern erkannt zu haben, aber das kann ja jeder für sich mal gucken.

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06. Juli 2010: Helmut


Als Fanreporter bin ich immer auf der Suche nach den verrücktesten, lautesten und besten Fans dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Die Engländer fallen durch Sprechchöre auf, die Südafrikaner durch wahnsinnige Kostüme und irgendwie finden sich hier viele besondere Menschen.

Heute durfte ich einen wahrhaftig einmaligen Fan treffen. In unserer Vietentours-Reisegruppe befindet sich seit Beginn der Weltmeisterschaft eine lebende Fan-Legende. Helmut, 78 Jahre alt, ist nicht nur HSV-Ehrenmitglied, er ist auch der Fan, der mit einer Ausnahme alle Weltmeisterschaften seit 1954 vor Ort miterlebt hat.

Seit dem großen Triumph der deutschen Nationalmannschaft 1954 hat Helmut jedes WM-Finale, außer das von 1962, live im Stadion erlebt und hat nahezu jedes Spiel der Nationalelf im Stadion gesehen.

Ich habe insgesamt zwei Stunden bei Helmut im Zimmer gesessen, in denen der Edel-Fan über alles Mögliche mit mir geredet hat. Der spätere Schnitt des Videos fiel mir ziemlich schwer. Helmut erzählt gerne und viel und meistens auch alles kreuz und quer, aber zuhören kann ich ihm jederzeit.

Er hat mir bildlich beschrieben wie er das Wembley-Tor (Laut Helmut, der auf der Höhe der Linie gesessen hat, kein Tor) mit ansehen musste, mit Montezumas Rache in Mexiko gesessen hat und wie er den zweiten Weltkrieg miterlebt hat. Immer wieder kommt Helmut vom eigentlichen Thema ab, das ist aber eigentlich egal.

Die WM in Südafrika ist Helmuts letzte Weltmeisterschaft. Brasilien wird ihn 2014 definitiv vermissen…

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05. Juli 2010: La Humillación

Humillación ist das spanische Wort für Demütigung. Einen Tag nach dem Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und Argentinien regiert es die meisten Schlagzeilen in den südamerikanischen Zeitschriften. Das Spiel, welches die deutsche Nationalmannschaft gezeigt hat, war der absolute Wahnsinn und ich hatte das einmalige Glück live dabei gewesen zu sein.

Es ist ziemlich schwierig Gefühle in ein paar Zeilen Text zu packen. Neben mir hat ein deutscher Fan geweint, einfach nur so, weil es schön war. Ich habe alleine zehn Minuten kopfschüttelnd im Stadion gestanden und konnte nicht glauben, was ich soeben gesehen habe.

Meine Bewerbung als offizielles Maskottchen der deutschen Nationalmannschaft ist auch bereits abgeschickt, schließlich war ich jetzt sowohl gegen England, wie auch gegen Argentinien im Stadion und zweimal hat Deutschland durchaus akzeptable Leistungen gezeigt.

Viel mehr will ich aber auch gar nicht mehr schreiben. Ich bin jedenfalls vor und nach dem Spiel völlig seriös auf Stimmenfang gegangen und ich denke das Video zeigt am meisten, was genau hier los ist, wie ich mich fühle und was die Menschen hier fühlen.

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03. Juli 2010: Die Welt, völlig außer dem Häuschen…

Wer die Überschrift liest und denkt, dass da etwas nicht stimmt, der hat Recht. Die Welt ist natürlich völlig aus dem Häuschen oder außer Rand und Band. Meine Welt heute war aber außer dem Häuschen, was ich im Video freundlich, aber unabsichtlich auch zugebe.

Gründe für solch eine wortverdrehende Freude war zum einen das sensationelle Fanfest in Kapstadt mit einem nicht minder sensationellen Sieg der holländischen Mannschaft über Brasilien und der dann wirklich sensationellen Feier, sowie unser Ausflug zum legendären Tafelberg, den ich trotz Schnupfen tapfer bestieg.

Der Table Mountain, wie er hier genannt wird, ist einer der berühmtesten Berge der Welt und prägt Kapstadts Stadtbild. Wir wollten den Berg natürlich zu Fuß erklimmen, denn den Lift nehmen nur Kätzchen. Wir folgten Platteklipp Gorge, der leichtesten Route. Die leichteste Route ist aber so in etwa wie wenn du zwischen Holland, Spanien und Brasilien als leichtestem Finalgegner aussuchen kannst. Die Tour war wundervoll, aber anstrengend. Der Ausblick machte aber alles wieder gut…

Das anschließende Fanfest war dann der Höhepunkt, auch wenn dieses gut 1200 Meter tiefer stattfand. Ich traf eine Fangruppe aus Namibia, die Deutschland unterstützt, weil sie Vorfahren und Verwandte in Deutschland hat, feierte gemeinsam mit den Holländer und trank Bier, welches wie Wasser schmeckt.

Mehr dazu seht ihr im Video, mehr von eurem SonyEricsson Fanreporter morgen.

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02. Juli 2010: Ich bleib hier, wer braucht schon diesen Fußball?!

Tatsächlich, da pausiert dieses große Turnier einfach mal so. Anstatt sich die Spieler mal zusammenreissen und ein paar Spiele mehr machen in kurzer Zeit, brauchen sie eine Pause. Daheim wäre ich wahnsinnig geworden. Der drei Wochen lang mühsam aufgebaute Lebensrhythmus - völlig dahin.

In Südafrika läuft der Hase anders, die fahren ja auch alle im Rechtsverkehr. Jedenfalls machen wir Fans, wenn dann tatsächlich kein Fußball ist, einfach mal so ein geiles Programm, dass selbst der SonyEricsson Fanreporter die Weltmeisterschaft für eine kurze Zeit vergisst.

Heute führte uns der einheimische Guide Hartmut, der schier alles über Südafrika weiß, jeden Grashalm beim Namen nennen kann und sehr kompetent ist, zum südwestlichsten Punkt Afrikas, ans Kap der Guten Hoffnung. Bevor wir dort allerdings ankamen, mussten wir noch in allen wundervollen Buchten und Stränden Südafrikas anhalten. Wirklich lässig.

Der Cape Point stellte natürlich alles in den Schatten. Wenn du als Fan ins Meer guckst und weißt, dass da quasi nichts mehr kommt, dann bist du schon ganz schön beeindruckt.

Mein persönliches Highlight des Tages sollte aber erst später folgen. Nachdem wir weiter durch traumhafte Landschaften fuhren, (wie nervig :P ) führte uns Busfahrer Zulu in den kleinen Ort Boulders Bay, indem das schönste, lustigste und beste Tier der Welt lebt: Der Pinguin, mein persönliches Lieblingstier!

Ich konnte einige meiner Freunde live begutachten, war überwältigt und kommentierte den Lauf eines Pinguins im Stile eines Fußballkommentators.

Als Hartmut uns dann mitteilte, dass wir jetzt wieder zurück fahren, hätte ich mich am liebsten irgendwo festgebunden und wäre dort geblieben.

Am Bus habe ich dann auch noch eine sehr interessante Gruppe deutscher Touristen getroffen, die der deutschen Fußball-Nationalmannschaft durchs Land folgt und das mit sehr vielen actionreichen Touren verbindet, wie ich finde eine sehr coole Sache.

Morgen muss ich es dann wieder schaffen mich auf Fußball zu konzentrieren. Spätestens wenn mir irgendwelche Holländer auf dem Fanfest in den Armen liegen, dann passt das aber auch schon wieder.

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